Zwei Entscheidungen

Weide meine Schafe - die Bibel

Weide meine Schafe – die Bibel

„Weil du teuer bist in meinen Augen und wertvoll bist und ich dich liebhabe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens.“ (Jesaja 43, 4, Elberfelder Übersetzung)

Ich treffe hier und jetzt zwei Entscheidung! Aber der Reihe nach!

Wer meinen Blog aufmerksam liest, der kennt meine Lebensgeschichte(n), meine Höhen und Tiefen des Lebens. Meine lange Suche nach Jesus, meine Fragen, meine Ängste, die Suche mach meiner Wertigkeit.

Im letzten Jahr haben mich aus heiterem Himmel „alte Geister“ eingeholt. Sachen aus der Vergangenheit lagen urplötzlich präsent auf dem Tisch, quengelten nach Aufmerksamkeit.  Ich, ein Mensch der immer sehr streng mich sich selbst ist, verurteilte mich dafür. Das kann und darf nicht sein, das das und das wieder und auch zum Teil zum ersten Mal bewusst vor meinen Augen steht.

Ich hatte damals so eine Vorstellung wie das zu gehen hat, wenn Jesus in meinem Leben kommt. Ich dachte zum Beispiel, das die Dinge, die ich bis zu meiner Bekehrung erlebt hatte, automatisch heil würden. Jesus vergibt Sünden, klasse, meine Sünden waren vergeben. Das ,was ich in dieser Vergangenheit, in der ich ohne Jesus lebte, getan hatte, war vergeben. Was ich aber niemals beleuchtete waren Dinge, die mir im Leben passiert sind, die mir vielleicht auch angetan wurden. Ich weiß nicht wieso, ich dachte nicht drüber nach. Ich wusste schon, was da alles war in der Vergangenheit, aber das war nun mal so. Wer sollte etwas daran ändern, es war passiert.  Wenn ich über mein Leben vor der Bekehrung erzählte und schrieb war das immer eine eher nüchterne und sachliche Angelegenheit. Es stand mir ,aus meiner Sicht, offenbar nicht zu das zu besehen.

Als ich dann Christ war, lief das Leben natürlich auch nicht immer leicht. Es hielt etliche dramatische Prüfungen für mich, für uns als Ehepaar und Familie parat. Ja, ich überlebte all diese Herausforderungen, ich fiel hin und stand immer wieder auf. Aber diese Krisen (vor allen Dingen viele der Menschen, die mir in den Tiefen begegneten) nährten in mir einen furchtbaren Gedanken, einen Gedanken, der auf jeden Fall schon weit vor meiner Bekehrung in mir gärte. Denn es ist so, das ich natürlich nicht immer besonnen, voller Gottvertrauen, im mir ruhend diese Prüfungen meisterte. Ich war oft allzu menschlich, ich weinte, ich schimpfte mit Gott, aber vor allen Dingen war ich immer wieder enttäuscht von mir. Als Christ hätte ich besser „aus der Nummer“ kommen müssen. Ich hätte diese und jede weiter Herausforderung gläubiger, weiser…und was auch immer durchleben müssen. Das war für mich das Schlimmste, das ich meines Erachtens als Christ versagte. Die Dinge, die ich vor meiner Bekehrung tat, die konnte ich mir leicht vergeben, schließlich hatte ich da noch nicht Jesus an der Seite. Aber als Christ, da hat man doch auf jeden Fall alles im Griff. Der Christ meistert das Leben mit christlicher Haltung und Contenance, auch in Krisen und Herausforderungen.

Was das Aufarbeiten meiner Krisen, Dramen und so weiter angeht blieb ich somit weitestgehend in meiner „christlichen Vergangenheit“. Das Davor blendete ich einfach aus.  Das reichte mir! Denn zunächst sah es so aus, als hätte ich diesen furchtbaren Gedanken in mir besiegt. Aber Jesus wusste und weiß es besser! Der Gedanke war noch da. Ich hatte ihn immer nur im Kontext der aktuellen Situationen als Christ betrachtet. Und das reicht nicht! Letzten Herbst konfrontierte mich Gott von einer Sekunde zur anderen mit meiner Vergangenheit, also mit der vor meiner Bekehrung. Und das war kaum auszuhalten für mich. Ich will und kann im einzelnen nicht aufschreiben um was es da alles geht, aber es läuft auf eins hinaus: Auf diesen furchtbaren Gedanken, den ich glaubte besiegt zu haben: 

Mein Wert hängt davon ab was ich leiste und vor allen Dingen wie ich mich benehme.

Ich vergleicht es mal mit meinem damaligen Mathematikproblemen in der Schule. Irgendwann hatte ich den Faden verloren und kam mit dem Stoff nicht mehr mit. Als ich dann später einen Zusammenhang verstehen wollte, klappte es nicht. Ich musste zunächst die Lücken füllen, denn diese Matheaufgaben konnte ich nur lösen, als ich das Gesamtbild verstanden hatte.

Seit letztem Herbst steht mein „Lebens-Gesamtbild“ in chaotischen Puzzlestücken vor mir. Es zeigt mir eins: Das ich dieses „Werte-Problem“ schon sehr sehr früh im Leben hatte.

Ich forschte nach – in meinen Gedanken! Da fiel mir ein Satz ein, den ich schon als kleines Kind, kaum das ich vernünftig sprechen konnte, oft sagte, wenn eine Herausforderung vor mir stand: „Kann ich wieso nicht!“ (Kann ich sowieso nicht)

Ich forschte nach – in meinen Tagebüchern und ich bin schockiert was ich da fand. Einen Zettel auf dem ich sinngemäß schrieb, das ich immer ein liebes und braves Mädchen sein will um keinem zur Last zu fallen.

Oh weh, besonders wertvoll klingt das alles nicht.

Jetzt haben wir Februar 2016 und ich treffe zwei Entscheidungen. Ich werde den Rat der Frau unserer Pastors folgen, die mir sagte, das es bei mir Dinge gibt, die noch besehen werden müssen.

meine Entscheidung

Meine Entscheidung

Aber ich treffe noch eine Entscheidung. Ich werde alles dafür tun, das ich diese Dinge nicht kultivieren werde. Ich kann nichts von alle dem ungeschehen machen, nicht das was ich falsch machte, nicht das was andere falsch machten , nicht eine einzige Lebenskrise. Und so möchte ich, das mich meine Lebenserfahrungen weiter bringen.

Ich möchte das Gott in mir und durch mich mit meiner eigenen Lebensgeschichte wirkt.  Jesus sieht mich immer liebevoll an. Ich bin nicht wertlos! Ich bin wertvoll weil ich bin!

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3 thoughts on “Zwei Entscheidungen

    • Vielen Dank liebe Anni, zum einen für deine ermutigenden Sätze zum anderen auch für die Nominierung! Ich nehme die Nominierung sehr gerne an und werde mich in Kürze in meinem nächsten Post zu deinen Fragen äußern…. Vielen lieben Dank und Gottes reichen Segen, deine Sandra

  1. Das ist ein toller Text.Ich kenne das Gefühl auch. Scheinbar ein Erziehungsproblem der letzten Generationen.Aber was hat es mit uns gemacht? Das zu Ändern können wir nur mit viel Liebe und Kraft durch Jesus schaffen, aber auch durch positive Beziehungen in unserem Leben.

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