Wegbegleiter

Wegbegleiter

Wegbegleiter

Hallo Tagebuch!

So oder so ähnlich lauteten meine ersten Worte bei einem Tagebucheintrag. Und dann schrieb ich was ich so alles am Tag erlebt habe, welche Schulnoten ich hatte, mit wem ich nachmittags Zeit verbrachte, wer oder was meine Wegbegleiter waren. Ich schrieb über meine erste Liebe und meine erste Trennung , über Discobesuche und lange Spaziergänge , Krankheiten & Heilungen die mich oder meine Freunde heimsuchten, meinen letzten Freund, der dann auch mein Mann wurde, Papas Tod und die Geburten unserer Kinder, Häusle bauen, noch mehr Krankheiten, meinen Glauben, die Bekehrungen meiner Kinder, Streitereien & Versöhnungen mit dem Ehemann, Lebenskriesen & Lebensfreuden… und während ich das hier schreibe fällt der Bibelabschnitt schlechthin ein, der zu meinen Tagebuchaufzeichnungen passt:

Alles hat seine Zeit, Prediger 3

Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.

Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon. Ich sah die Arbeit, die Gott den Menschen gegeben hat, dass sie sich damit plagen. Er hat alles schön gemacht zu seiner Zeit, auch hat er die Ewigkeit in ihr Herz gelegt; nur dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.

Da merkte ich, dass es nichts Besseres dabei gibt als fröhlich sein und sich gütlich tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

 Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Das alles tut Gott, dass man sich vor ihm fürchten soll. Was geschieht, das ist schon längst gewesen, und was sein wird, ist auch schon längst gewesen; und Gott holt wieder hervor, was vergangen ist.
Weiter sah ich unter der Sonne: An der Stätte des Rechts war Gottlosigkeit, und an der Stätte der Gerechtigkeit war Frevel. Da sprach ich in meinem Herzen: Gott wird richten den Gerechten und den Gottlosen; denn alles Vorhaben und alles Tun hat seine Zeit. Ich sprach in meinem Herzen: Es geschieht wegen der Menschenkinder, damit Gott sie prüfe und sie sehen, dass sie selber sind wie das Vieh. Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh: wie dies stirbt, so stirbt auch er, und sie haben alle einen Odem, und der Mensch hat nichts voraus vor dem Vieh; denn es ist alles eitel. Es fährt alles an einen Ort. Es ist alles aus Staub geworden und wird wieder zu Staub. Wer weiß, ob der Odem der Menschen aufwärts fahre und der Odem des Viehes hinab unter die Erde fahre?

So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil. Denn wer will ihn dahin bringen, dass er sehe, was nach ihm geschehen wird?

Ja alles hat seine Zeit!

Die Zeit der letzten, ja sagen wir mal 1,5 Jahr sind herausfordernd für mich und für uns als Familie. Ich wurde und werde immer wieder krank und diese Situation ist bis heute auch mit Verlusten verbunden. Ich habe erlebt wie sich Freunde zurückzogen, Menschen damit überfordert waren und meine soziale Struktur sagen wir mal auf ein Minimum weg bröckelt. (Für eine typische Frau, die täglich ihre –  wie viele Worte waren es noch mal – loswerden möchte, eindeutig zu wenig 😉  ).

„Schicksalsschläge sind feige, sie kommen meist im Rudel“  (Zitat von Hugo aus dem Club der roten Bänder)

Da gerade Untersuchungen laufen, fühlt es sich an wie eine Zwischenzeit. Mein Wunsch wäre Klarheit in gesundheitlichen Fragen, das Auf und Ab meiner Gesundheit wäre leichter dann leichter für mich zu (er)tragen. Des weiteren haben manchmal Situationen in der Gegenwart, die die unangenehme Eigenschaft mit sich ziehen, Situationen aus der Vergangenheit aufleben zu lassen. Das kam auch bei mir völlig unerwartet „dazu“ und ließ/lässt mich (uns) kaum zur Ruhe kommen.

Heilung jeglicher Art kann der Mensch nicht erzwingen!

Wer oder was gibt mir Kraft?

Wer oder was sind meine Wegbegleiter?

Meine Familie, die immer wieder versucht mich zu verstehen oder einfach nur mal einen Tee für mich aufbrüht, meine wunderbare Freundin „in der Ferne“, mit der ich mittlerweile nahezu täglich einen intensiven und sehr tief gehenden Kontakt (den sozialen Medien sei dank) pflegen darf.

Das „reicht“ nicht!

Das weiß ich deswegen, weil ich mich bis vor kurzen so überraschend in einem Glaubenstief wiederfand. Für viele wäre es vielleicht nicht überraschend gewesen, aber ich war und bin bis heute grundsätzlich nicht der Typ Mensch, der dem „lieben Gott“ die Schuld gibt, wenn etwas schief läuft. Jedenfalls litt ich unter dieser gefühlten Ferne zu Gott. Und ich freue mich sehr, das Gott auch jetzt, wo ich doch sehr zurückgezogen lebe, neue Wege findet mir zu begegnen.

„Jesus nachfolgen“, mit ihm eine Beziehung zu pflegen, das ist unser aller Berufung!

Aus dem Wissen, sein geliebtes Kind zu sein, einfach nur „weil ich bin“, kann ich mich (wieder mal) Stück für Stück meiner persönlichen Berufung widmen.

Anfang der Woche verbrachte ich eine tolle Stunde in der christlichen Buchhandlung. Ich investierte mein Geld in einige schöne Notizbücher, die mir jetzt helfen Gedanken zu sortieren und zu schauen was als Nächstes dran ist. Für mich als „Schreiberling“ unverzichtbar.

Mein Tagebuch als Wegbegleiter

Mein Tagebuch als Wegbegleiter

Und so stelle ich mich in der nächsten Zeit den Fragen, was mir wirklich wichtig ist im Leben und gut tut, welche Hauptaufgaben mir Gott im Leben gibt und zutraut, welche Beziehungen ich pflegen möchte, welche Projekte mein Herz schneller schlagen lassen und wo (wenn es darüber hinaus noch möglich ist) ich mich vielleicht noch engagieren möchte.

„Alles hat seine Zeit“ schreibt der Prediger in der Bibel. Und so (er)warte ich, welcher Wegbegleiter „seine Zeit“ in meinem Leben haben wird.

♥-lichst Sandra

Übrigens, meine liebe Freundin Naemi hat sich auch noch so ihre Gedanken zum Thema „Alles hat seine Zeit“ gemacht. Hier gehts lang: http://samea-tirza.blogspot.de/2017/05/alles-hat-seine-zeit.html

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4 thoughts on “Wegbegleiter

  1. Sehr bewegende Worte sind das. In einigen kann man sich auch wieder finden. Ich wünsche dir alles gute für den weiteren Weg und selbst wenn man nur wenige Freunde hat, die die da sind, sind das wichtigste.

    Liebe Grüße
    Julia

  2. Zeit, ein Begriff, der in unserer schnelllebigen Zeit schnell vergessen wird. Leider sind sich heute immer weniger darüber bewusst, wie wertvoll Zeit ist. Das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen. Ein sehr schöner Artikel…
    Liebe Grüße Marie

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