Sonntagskaffee

„Indem er aber sich selbst rechtfertigen wollte, sprach er zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?“ (Lukas 10, 29, Elberfelder Übersetzung)

Sonntagskaffee

Sonntagskaffee

Es ist 14 Uhr. Ich habe mich gerade aufs Sofa gelegt. Noch fühle ich mich recht schnell abgeschlagen und die Narbe am Bauchnabel buhlt nach wie vor um mehr Aufmerksamkeit als mir lieb ist. Draußen scheint die Sonne und taucht die Natur in ein strahlendes herbstliches Ambiente. Schön! Ich freue mich auf den klassischen Sonntagsspaziergang, den wir als Familie nachher machen wollen. Es klingelt an der Türe. Meine Tochter öffnet und ruft mich dann. Vor der Türe steht die Frau unseres Pastors –

mit Kuchen für den Sonntagskaffee „bewaffnet“! 

Oh wie aufmerksam und lieb!“, freue ich mich. Jetzt können wir unsere Tasse Kaffee nach dem Spaziergang noch mit leckeren Schokoladenkuchen versüßen. Ich finde das total nett. Da ich in letzter Zeit oft etwas emotional labil bin, rührt mich diese Geste wieder fast zu Tränen.

Es ist nicht einfach „nur“ der Kuchen der mich so anrührt. Nein, der Kuchen spricht sinnbildlich das Thema an, was mich ja ohnehin unglaublich bewegt: „Beziehungen leben!“ Wie lebe ich Beziehungen zu Mitmenschen? Wie gehe ich mit dem Nächsten um, egal ob es sich um meine Glaubensschwester, meine Nachbarin, meine Freunde oder auch den Fremden auf der Straße geht?

Mir fallen da spontan folgende Worte ein: „bewusst wahrnehmen & Zeit schenken“! Ich möchte meinen Nächsten bewusst wahrnehmen und ihm Zeit schenken! Das klingt so einfach, aber wie oft versage ich dabei. Jesus hatte das immer gut im Blick gehabt. Er nahm den Einzelnen wahr, egal ob es seine Freunde waren oder „der Fremde“ am Straßenrand. Es fasziniert mich, das Jesus dieses „bewusst wahrnehmen & Zeit schenken“ als Lebensstil lebte. Ich erlebe immer wieder, nicht zuletzt an mir selbst, das wir versuchen diesen „Lebensstil“ allenfalls um unsere Geschäftigkeit herum zu drapieren. Und das ist dann schon ein Widerspruch in sich. Wenn ich zu oft Entschuldigungen dafür suche, warum ich jetzt „wirklich keine Zeit habe“, den „Nächsten bewusst wahrzunehmen & ihm Zeit zu schenken“, dann ist mein Grundlebensstil wohl ein anderer.

Jedenfalls, um auf den Kuchen zurück zu kommen, dieser Kuchen wurde gebacken und dann zu mir gefahren. An der Türe wurde er mir mit herzlichen Worten überreicht. Kurz gesagt: da hat mich „jemand bewusst wahrgenommen & Zeit geschenkt! Danke dafür!

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2 thoughts on “Sonntagskaffee

  1. Liebe Sandra,
    Wie schön ist es doch Leute zu beschenken, die sich noch von Herzen freuen können. Die bei Glücksmomenten auch Gott danken, oder die ehrliche (!) kleine Freudentränchen verdrücken.
    Ich finde es wunderschön, dass du solch einen Glücksmoment mit uns Lesern teilst.
    Ein österreichischer Bischof sagte mir mal: „Der Teufel fürchtet sich vor glücklichen Menschen“.
    Deshalb wünsche ich dir Gesundheit und viel gute Laune und Frohsinn im Herzen!
    Gruß
    Sharela

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