Sei stark und mutig!

Sei stark und mutig!

Sei stark und mutig!

Nein, an meiner derzeitigen Lage hat sich augenscheinlich noch nichts verändert. Im Gegenteil, ich hatte ein sehr herausforderndes Wochenende und war wieder alles andere als

stark und mutig!

Am Meisten bewegte mich  in der letzten Zeit, das es sich so anfühlte, als sei Gott so weit weg. Und das verstand ich nicht. Nein, es ist gar nicht mal diese unspezifische gesundheitliche Lage, in der ich darauf warte das dem Verdacht bestimmter Diagnosen nachgegangen werden muss. Es ist diese Verwunderung, die über all den Tagen und Nächten steht, in denen ich Schmerzen habe und mein Alltag, so wie ich ihn noch vor einem 3/4 Jahr kannte, weggebröckelt ist.

Und ich weiß auch nicht, ich habe es eigentlich nicht gemerkt, aber „plötzlich“ erschien mir Gott weit weg. Ich machte mich, soweit es mir möglich war, wieder „auf die Suche“.  Ich las mit meiner Tochter in der Bibel, hier und da besuchte ich, wenn es gesundheitlich möglich war, einen Gottesdienst.

Ja ich weiß, Gotteskindschaft ist eine Tatsache und kein Gefühl, wenn man sich einst für Jesus entschied. Aber diese Leere in meiner Seele und in meinem Herzen „FÜHLT“ sich nun mal nicht gut an. Ich empfand nichts mehr.

Seid einigen Tagen ist es wieder anders. Nein, nicht so direkt in meiner gesundheitlichen Lage, sondern in Kleinigkeiten, die mich als „Person mit Seele“ ausmachen.

Da war dieser Gottesdienst, zu dem mein Sohn mich mitnahm.

Ich war mutig und stark und machte mich auf den Weg!

Diese Gemeinde startet gerade eine evangelistische Reihe. Begonnen hat der Gottesdienst mit dem Lied „Und die Chöre singen für dich“ von Mark Foster. Das Lied hat mich schon die letzten Wochen sehr angesprochen, denn leider fühlte ich mich genauso wie dieser Mensch, mit dem Konfetti in der Stirnfalte. Sofort war ich im Gottesdienst „angekommen“. Das tat mir gut.

Ich konnte dem Pastor seine Predigt eins zu eins abnehmen. Lag vielleicht auch daran, das er einen ähnlichen Herzfehler hat wie ich, nur mit deutlich schlimmeren Schweregrad und sich deswegen einer sehr schweren Operation unterziehen musste.  Menschen, die Schlimmes durchmachen und „immer noch“ Gott preisen, bewegen und motivieren mich immer wieder neu.

Mutig und stark! Ich schreibe einen Bericht für eine Zeitschrift!

Stark und mutig! Ich schreibe einen Bericht für eine Zeitschrift!

Am Montag trudelte dann eine E-Mail ein. Ob ich bitte meinen Beitrag gegen lesen könnte!

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Genau, ich hatte ja eine christlichen Zeitschrift angeschrieben. Ich bekam schon im letzten Jahr die Zusage, einen Lebensbericht von mir schreiben zu dürfen. Gesagt, getan! 2017 wollten sie sich dann wieder melden um Einzelheiten und Erscheinungsdatum zu klären. Mit Freuden und einer gewissen Aufregung las den Beitrag noch einmal gegen und korrigierte hier und da etwas. Huuuih, ist das spannend. Ich halte euch auf dem Laufenden!

Der tragischste und auch erstaunlichste Augenblick war für mich die letzte Gebetsrundmail für unseren Freund. Er ist an Krebs erkrankt und muss sich einer sehr sehr schweren Operation unterziehen. Da die Familien ohnehin schon sehr viel Schmerz erlitten hat, ist es besonders tragisch.

Durch diesen Freund und seiner Frau hat Gott damals mein Herz für sich gewonnen. Von denen hörte ich zum ersten Mal von Jesus.

Gewiss, auch unser Freund hat – wie er sagt – in diesen Zeiten hier und da Anfechtungen, schlechte Gedanken und Sorgen. Und dann vertraut er immer wieder neu auf Gott.

Was sagt Gott in Josua 1,9, als Josua sich, angesichts der Dinge die vor ihm lagen, schwach und hilflos fühlte?

„Sei stark und mutig!“

Wie geht das, wenn man in einer schwierigen Situation steckt, Schmerzen hat, nicht weiß wie es weiter geht? Aber der Vers geht weiter:

„Erschrick nicht, und fürchte dich nicht!“

Und wieder denke ich: Na, der Tipp ist super, aber wie soll ich das denn jetzt hin bekommen? Aber man sollte Gott bekanntlich ja ausreden lassen ;-):

„Denn mit dir ist der Herr, dein Gott, wo immer du gehst.“

  • Glaube ich das?

  • Glauben wir das?

  • Glaubst du das?

Ist Gott bei unserem Freund, wenn der operiert wird?  Ist er bei mir, wenn die Schmerzen wieder schlimmer werden?Ist er jetzt bei dir?  Sieht er uns?  Hört er uns?

Ich weiß ehrlich nicht, wie die Situation weiter geht, nicht bei unserem Freund, nicht bei mir, nicht bei sonst wem.

Wie kann ich jetzt konkret stark und mutig sein?

Mutig und Stark mit Gottes Zusagen!

Mutig und Stark mit Gottes Zusagen!

Vielleicht indem ich mich immer und immer wieder an Gottes persönliche Zusage  erinnere, die er mir einst gegeben hat:

„Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst! Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein. Wenn du durchs Wasser gehst, ich bin bei dir, und durch Ströme, sie werden dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wirst du nicht versengt werden, und die Flamme wird dich nicht verbrennen. Denn ich bin der Herr, dein Gott, der Heilige Israels, dein Retter. Ich gebe Ägypten als Lösegeld für dich, Kusch und Seba an deiner Stelle. Wei du teuer bist in meinen Augen, und wertvoll bist und ich dich liebhabe, so gebe ich Menschen hin an deiner Stelle und Völkerschaften anstelle deines Lebens.“ (Jesaja 43, 1 – 4, Elberfelder Übersetzung)

Ich kann mich so annehmen wie ich bin, auch wenn ich „augenscheinlich“ nicht mutig und stark auf mich und andere wirke. Manchmal müssen wir Menschen „warten und aushalten“ und das ist auch „mutig und stark“. Ich mache da immer wieder den Fehler mich von meinen Gedanken und leider auch anderen Menschen irritieren zu lassen, die so manches „Warten“ als „Schwäche“ auslegen.

Wie kann ich ohne Schrecken und Furcht weitermachen?

Indem ich mich nicht immer so sehr von Meinungen anderer abhängig mache. Oftmals lasse ich mich einschüchtern und in eine „Schublade“ schieben. Ja Angst habe ich leider auch allzu oft noch. Weniger um medizinische Dinge, sondern eher um „Verluste“. Schon von Geburt an wurde ich (unbewusst) mit Verlusten konfrontiert (siehe Lebensgeschichten:  http://meinsommerzimmer.klimmdesign.de/lebensgeschichten ) Und das zog sich durchs Leben. Viele mir wichtige Menschen starben viel zu früh, ich erfuhr oft körperliche & verbale Ablehnung, hatte (habe) Angst vor Einsamkeit.

Bin ich denn wirklich immer einsam und alleine?

Es steht außer Frage das wir eine sehr sehr kleine Familie (also über uns 5 hinaus) sind. Wir haben nur uns und das macht mir immer wieder Angst. Vor allen Dingen, wenn gesundheitliche Dramen anstehen und ich mich dann weder an Eltern, Schwiegereltern, Geschwister, Tanten, Onkel oder wer auch immer wenden kann. Aber wie sage ich immer:

„Dann ist das jetzt so!“

Vielleicht gehört das einfach so zu unserer Familie.

Und darüber hinaus?

Sei stark und mutig! Auf welcher Grundlage?

Sei stark und mutig! Auf welcher Grundlage?

„Denn mit dir ist der Herr, dein Gott, wo immer du gehst.“

Ich bin nicht alleine! Gott ist immer bei mir. Ich spüre ihn nur manchmal nicht.

Ich bete und wünsche mir, das Gott sich wieder mehr und mehr in meinem Leben zeigt, in dem Leben unserer Freunde zeigt –

einfach in dem Leben von uns allen präsent ist!

 

Amen, Sandra

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2 thoughts on “Sei stark und mutig!

  1. Immer wenn ich deine Beiträge lese, frage ich mich, bei welcher Gemeinde du dich so wohl fühlst. Ein Gottesdienst, der auch moderne Songs als Öffner nimmt und so sicherlich viele junge Menschen anspricht, klingt sehr vielversprechend.
    Sowas sollte bei uns vielleicht auch mal stattfinden. Doch hier ist es noch sehr traditionell. Die junge Generation findet eher selten den Weg in die Kirche…
    Viele Grüße,
    Yvonne

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