„Darf er das?“ Die Sache mit den „Randgruppen“!

Darf er das?

Darf er das?

 

 

 

 

(Ich scheibe aus freien Stücken über dieses Thema)

„Darf er das?“ „Darf er das?“

In letzter Zeit höre ich diese Frage immer wieder, wenn meine Kids sich untereinander necken. Ich bin neugierig geworden und frage nach. „Kennst du nicht Chris Tall?“, fragt mich mein Großer. Ja, den Namen habe ich schon mal gehört. Es ist ein Comedian-Newcomer.  In einem seiner Programme hat er eine besondere Message auf Lager. Darin stellt er sich der Frage, ob man auch über Randgruppen lachen darf?

Er vertritt die These, das man Randgruppen, wie zum Beispiel Ausländer oder auch Behinderte, ausgrenzen würde, wenn man keine Witze über sie reißen würde.

 

Wir reißen Witze über Hinz und Kunz, aber bei den Rollstuhlfahrern zum Beispiel winken wir ab. „Tut mir leid“, erklären wir, unsere Hände abwehrend nach vorne gehalten, „über dich mache ich keine Witze, weil du behindert bist!“ Hhmmm, in der Tat, wir würden den Behinderten dann doch ausgrenzen. Eigentlich gibt es beim „Witze reißen“ nur eine Regel, meint Chris Tall: Man muss auch über sich selbst lachen können. Das kann ich unterschreiben.

Und so fordert er die Menschen in seinem Programm auf, wenn wir Witze machen, dann über alle, über Männer, Frauen, Behinderte, Schwule, Farbige  und und und.  „Sind heute Rollstuhlfahrer hier?“, fragt er, „dann bitte mal kurz aufstehen!“ Herzhaftes Gelächter, während er entsetzt seine Hand auf die Wange legt und rhetorisch fragt:

„Darf er das?“

Ach daher haben die Kids das. Sie reißen einen Witz und fragen anschließen „Darf er das?“ Der Rolli würde auch gerne auf der Bühne Comedian werden. „Klar, kannste versuchen, ist aber Stand up comedy!“

„Darf er das?“

Meinem Vater hätte das gefallen. Er liebte es, sich selbst, andere Rollis oder auch andere „Randgruppen“ aufs Korn zu nehmen. Pssst – er hatte eine besondere Schwäche für Politiker… Er konnte wirklich auch immer gut über sich selbst lachen. Ich war und bin beeindruckt, wie positiv mein Vater dem Leben gegenüber stand. Für ihn gab es meistens Herausforderungen, keine Probleme. Und die versuchte er dann zu meistern – oft gewürzt mit einer Prise Humor.

Letzten Sonntag wurden neue Gemeindeglieder in die Gemeinde aufgenommen. Unter anderem eine dunkelhäutige Familie. „Wir freuen uns, das ihr jetzt noch mehr Farbe in unsere Gemeinde bringt“, begrüßte ein Gemeindemitglied das Ehepaar. Alle lachten, ich schlug meine Hand gegen die Wange und raunte meiner Tochter mit großem Augen zu:

„Darf er das?“

 

 

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