Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 4 (Teil 1)

Listen, Listen, Listen für den "Leistungsclub"

Listen, Listen, Listen für den „Leistungsclub“

An euren Taten sollen sie euren Vater im Himmel erkennen und ihn auch ehren” (Matthäus 5, 16; Hfa)

Der „Leistungsclub Gottes”

Die Geschehnisse, die in den Jahren als Christ so geschahen und die ich da so heldenhaft in wenigen Spiegelstrichen in meinem Zeugnis auflistete, waren hart. Sie forderten unglaublich viel von mir, nicht zuletzt wieder mal fast mein Leben.

Schauen wir nur mal auf den ersten Spiegelstrich:

  • – 2000 erkrankten meine damals noch 2 Kinder an viraler Hirnhautentzündung.

Jede Mutter weiß wie furchtbar es ist, wenn das eigene Kind krank ist. Eines Tages erkrankte also meine Tochter. Ich stellte Fieber fest, sie war sehr schlapp und schlief oben in ihrem Bettchen. Sie war erst zarte 3 Jahre als. Ich stand gerade am Herd und kochte, als ich oben so komische Geräusche hörte. Irgendwie wusste ich sofort das hier etwas nicht stimmte. Ich machte den Herd aus, stieß die Pfanne zur Seite und rannte, immer mehrere Treppenstufen aufeinmal nehmend, ins Obergeschoss. Ich traf meine Tochter krampfend im Bett an. Sofort diagnostizierte ich einen Fieberkrampf. Zeitgleich setzte da auch schon die Panik ein, denn Diazephan oder dergleichen, was man wohl dann gibt, hatte ich natürlich nicht im Haus. Ich hob mein krampfendes Kind aus dem Bett und eilte mit ihr zum Telefon. Dabei schrie ich immer wieder „Hilfe mein Kind stirbt!“ Selbiges musste ich wohl auch hysterisch ins Telefon gebrüllt haben. 

Atmet sie denn noch?“

fragte die freundliche Stimme am Telefon. „Atmen?“ – mein Adrealinspiegel schoss sofort wieder in die Höhe. Konnte es denn sein das sie nicht atmet? Sie atmete, gottlob!

Stunden später saßen mein Mann und ich dem Arzt gegenüber. Ich fühle mich wie ein Gastschauspieler in meiner damaligen Lieblingsarztserie Emergencie Room. Leider fuchtelte bei mir keiner mit einer Klappe vor meiner Nase herum. „Kamera an, Klappe 1“ oder so! Es war real. Meine Tochter hatte eine virale Hirnhautentzündung, das müsse man aussitzen, da es eben ein Virus ist. Und noch eins erfuhren wir da ganz praktisch: Eine virale Hirnhautentzündung ist ansteckend, denn schon kurze Zeit später leistet unser Sohn mit den gleichen Symptomen der kleinen Schwester im Krankenzimmer Gesellschaft. Gott sei dank wurden meine Kinder relativ schnell wieder gesund, aber es war echt ein Schock gewesen.

Ja und so ergibt jeder einzelne Spiegelstrich in meinem Zeugnis ein Geschichte aus Hoffen und Bangen. Ich weiß leider nicht mehr wann es genau passierte, aber irgendwann zwischen Hirnhautentzündngen und lebensbedrohlichen Komplikationen bei der Geburt des dritten Kindes ist es wohl geschehen.

Ich beleuchtete meinen Glauben.

Oh fein, das ist gut, sich mit dm Glauben auseinander zu setzen. Ja schon, nur so wie ich es tat, war es eher kontraproduktiv. Das wurde mir aber erst sehr sehr viel später klar.

In mir herrschten ständig diese Fragen:

  • Was muss ein „guter Christ“ tun?
  • Was kann ich für Gott tun, er hat ja so viel für mich getan?

Und so trat ich unbemerkt einem tragischen Club bei. Einem Club, den ich jetzt mal den “Leistungsclub Gottes” nennen möchte. Nein, jetzt fangt nicht an in euren Bibeln danach zu blättern. Ihr werdet den Club dort nicht finden, denn dieser Club ist eigens und alleine die geistige Ausbrut von Christen, die glauben, irgendetwas für Gott leisten zu müssen, da Gott ja zweifelsohne schon so viel für einem selbst getan hat. Es ist ein Club für Menschen, die endlich mal was total Wichtiges für Gott tun wollen.

Über mein Glaubensleben, meine Beziehung zu Gott und zu anderen Christen dachte ich nicht so viel nach. Ich war Gott nicht böse, obwohl er echt viele Klöpse in meinem Leben und das meiner Familie zuließ. Da kannte ich andere Menschen, die sich schon bei Weniger von Gott abwandten.

Ich war meiner Meinung nach gut gerüstet:

  • Ich hatte ein Glaubensleben –

so zwischendurch mal, wenn es sich im Alltagskram reinquetschen ließ.

  • Und beten tat ich auch –

aber war es nicht leider immer ein Monolog gewesen?

  • Ich las auch in der Bibel –

gelegentlich.

  • Ich hatte Gemeinschaft mit Gläubigen –

aber hatte ich sie nicht oft genug mit meiner Präsenz erdrückt nur um meiner Angst vor dem Alleinsein auszuweichen?

  • Ich hatte viele Krankheiten überstanden –

aber hatte ich nicht doch immer wieder in diesen Situationen über mein Schicksal gejammert?

(Fortsetzung folgt)

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4 thoughts on “Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 4 (Teil 1)

  1. Oh das hört sich wirklich schlimm an zum Glück sind deine Kinder wieder gesund geworden
    Ich denke das es sowas wie ein Gott schon gibt.

    Lg Jasmin

  2. Huhu meine liebe…

    Ich weiß gar nicht so recht, wie ich am besten was sagen soll. Das ist so traurig geschrieben, das ich dich am liebensten Umarmen würde und dich nie wieder loslasse. Das mit den Kids tut mir sehr leid, gerade wenn es die eigenen trifft, ist man als Mama immer so machtlos. Aber es ist doch schön zu lesen, dass beide schnell wieder gesund wurden.

    Liebe Grüße

  3. Hallo, ich kann gut nachempfinden welche Ängste du gehabt hast, denn ich war schon in ähnlichen Situationen. Danke das du so offen und ehrlich zu uns bist, und uns an deiner Geschichte teilhaben lässt.

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