Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 3

Meine kleine Biografie, Teil 3

Meine kleine Biografie, Teil 3

Das Leben ist wie ein Bergpfad, der sich steinig und staubig durch die Gegend schlängelt, jedoch mit schönen Blumen und Sträuchern versehen ist. Ich möchte nur genau hinsehen. (Sandra Hoffmann)

Jetzt bin ich Christ, jetzt bin ich fertig, oder?

Jetzt würde ich gerne ins Schwärmen kommen, wie sich mein Leben von heute auf morgen änderte, nur weil ich Christ geworden bin. Alles wurde plötzlich so einfach und gut zu verstehen. Ich wusste fortan immer was das Richtige war und leistete mir niemals mehr einen Fauxpas. Schlechte Laune, Unzufriedenheit, Traurigkeit, negative Gefühle usw. – das gehörte der Vergangenheit an.

Pustekuchen!

Wie wenig wusste ich doch über die echte Nachfolge Jesu. Die Nachfolge stellte ich mir rückwirkend betrachtet irgendwie als rosarote Wolke vor, auf der ich Jesus schlicht und ergreifend nachschweben wollte. Diese Vorstellung manifestierte sich noch, als sich schon kurz nach meiner Bekehrung einiges in meinem Leben wirklich positiv veränderte. Um nur einige tolle Sachen zu nennen:

Ich erkannte, dass Gott neben diesem großen einmaligen Geschenk immer viele kleine Geschenke für mich hatte.

Ich hatte den Mut ehrlich zu sein auch wenn es leichter wäre eine ”Notlüge” zu gebrauchen.

Ich lernte über Jesus zu sprechen. Ich bekam und bekomme jetzt immer noch oft das Lob, dass Menschen versucht sind sich umzusehen, wenn ich über Jesus rede. Ich würde so plastisch von ihm reden, als stünde er leibhaftig in der Nähe.

Das ist doch nun echt ein Zeugnis wahrer und echter Nachfolge, oder?

Apropos Zeugnis.

Als ich von einem Freund gebeten wurde meinen Weg zum Glauben aufzuschreiben, war ich fasziniert davon. Ich schrieb also im Wesentlichen das, was ich bis hier hin auch geschrieben habe, auf. Und es erschien mir auch einfach. 29 Jahre war ich kein Christ, aber auf dem besten Wege dahin. Da kann ich echt nur sagen: Gut, das ich ein Christ geworden bin. Bei meiner interessanten und nicht alltäglichen Lebensgeschichte, wäre doch wirklich ein guter Christ verloren gegangen,oder?

Ja, so ähnlich dachte ich wohl, als ich kurzerhand eines meiner selbst geschrieben Gedichte nahm und es mit Beispielen aus meinem Leben füllte.

Ich zitiere aus meinem Zeugnis:

Das Leben

Das Leben

ist wie ein Bergpfad

der sich holprig,

steinig und staubig

durch die Gegend schlängelt,

jedoch mit schönen Blumen

und Sträuchern versehen ist.

Ich möchte nur genau hinsehen.

Das ist mein Bergpfad:

– 2000 erkrankten meine damals noch 2 Kinder an viraler Hirnhautentzündung.

– Mein Mann brach sich 2002 das Handgelenk so schwer, das es nicht mehr ganz heilen konnte.

– Wir hatten Arbeiten rund ums Haus zu erledigen und das mit dem Handgelenk meines Mannes.

– Ich hatte 2002 eine weitere Fehlgeburt im 3 Monat.

– Meine letzte Schwangerschaft 2003 begann mit Blutungen und Bettruhe.

– Nach der Geburt des letzten Kindes (Kaiserschnitt) platzte Stunden später ein Hämatom und blutete in den Bauchraum.

Es folgte eine Notoperation. Die folgenden Monate waren gekennzeichnet von der schweren Genesungszeit, zu der sich noch 2 Brustentzündungen, eine Lungenentzündung und ein schweres seelisches Tief gesellte.

Das sind meine Blumen und Sträucher am Wegesrand:

– Mein Mann arrangierte sich sehr gut mit dem Armbruch.

– Bei den Arbeiten rund ums Haus half uns ein lieber Freund.

– Durch die Fehlgeburt schätze ich meine beiden Kinder damals umso mehr. Außerdem bin ich froh, dass ich mit meinem Herzfehler überhaupt Kinder bekommen konnte. Und dann schenkte Gott mir ja doch noch ein Baby.

– In der Zeit der Bettruhe in meiner letzten Schwangerschaft lud mein damals 7-jähriger Sohn Jesus ein in sein Leben zu kommen, und am Valentinstag sahen wir endlich das Herz unseres Babys schlagen. Regelmäßig beteten wir als Familie für uns und das Baby im Bauch.

– Und wieder einmal wachte Gott über mich während einer lebensrettenden Operation. Ich lebe! Aber seitdem hat sich mein Leben noch einmal drastisch verändert. Sehr lange steckte ich in einem ich nenne es einmal ”Umgestaltungsprozess”. Ich war immer noch davon überzeugt das Gott weiterhin einen guten Plan für mein Leben hat. Aber durch die Krankheiten und die anschließenden Depressionen konnte ich vieles nicht mehr richtig erkennen. Ich fühlte mich oft schlecht und einsam, denn ewig traurige Menschen sind nicht unbedingt „der Hit“ in der Gesellschaft.

Die Lichtblicke waren die Gottesdienste in der neuen Gemeinde, die mich von Woche zu Woche schoben. Und die größten Lichtblicke waren meine Taufe und eine anschließende Kur im Juni 2004. Ich lernte viel in der Zeit – u.a. mein ”neu geschenktes Leben” so zu gestalten, dass es auch in Zukunft sinnerfüllt ist. Was auch hieß, die Vergangenheit (mit Freud und Leid und vielen herben Enttäuschungen) zu bewältigen und so manche Angewohnheit im Leben noch mal zu überdenken.

Noch ein paar fromme Sätze ans Ende geheftet und fertig war das „Zeugnis des Glaubens“. Spiegelt dieses Zeugnis nicht das Leben eines wahrhaftigen Christen? Ich durchlebte in diesen bis dahin schon fast fünf Jahren als Christ wirkliche Höhen und Tiefen, wer wollte das bestreiten? Dies, was bis dato in meinem Leben geschah, war teilweise ziemlich schlimm, und ich habe die Erlebnisse auch sehr tief empfunden.

Und trotzdem – es fehlte noch so viel. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich Jesus vor fünf Jahren aus tiefster Seele mein Leben übergeben. Ich habe viele Bücher über dem Glauben gelesen, habe mich mittels einem Bibelleseplan versucht durch die Bibel zu kämpfen, habe anderen Menschen ungeschminkt von Gott erzählt. Und dann habe ich nach der Kur 2004 erstmal ein Resümee gezogen.

Aber nun bin ich echt fertig – ich bin Christ!”

Ich habe das auch gar nicht böse oder in irgendeiner Form hochnäsig gemeint. Nein, ich war einfach nur froh “durch die schmale Tür zum Leben zu gehen” Was das genau heißt, und wie viele Schrammen ich mir, ungeachtet meiner doch schmaleren körperlichen Proportionen, beim Quetschen durch diese Pforte noch holen würde, das lernte ich erst später.

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3 thoughts on “Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 3

  1. Ohje du hast ja echt schon viel durchmachen müssen. Aber schön, dass dir der Glauben eine so große Stütze wurde. Ich habe gestern erst gelesen, dass den christlichen Kirchen in Deutschland die Schäfchen ausgehen, aber es ist schön zu lesen, dass es auch andersrum gehen kann!

    Liebe Grüße
    Jana

  2. Huhu meine liebe.

    Sehr schön geschrieben und es macht einem sehr nachdenklich.
    Teilweise sehr faszinierend, dann wieder sehr Emotional. Ich selber gehöre zu keinem Glauben. Aber Religionen finde ich recht interessant.

    Alles liebe

  3. Ich finde Religion gut und schlecht. Es ist schön wenn Religion Menschen halt gibt aber es ist schlimm wenn Religion auf die politische Bühne kommt. Darum kann ich nicht wirklich sagen was ich von Religionen halten soll aber ich respektiere jeden Menschen der seinen Halt in einer Religion gefunden hat.

    LG Dana

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