Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 2

Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie!

Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie!

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.” (Johannes 3,16; Hfa)

Rettung naht!

Kurz danach heiratete ich meinen Freund und wir gründeten auch alsbald eine kleine Familie. 1995 kam unser erster Sohn auf die Welt. Durch meinen Herzfehler wählten meine Ärzte einen Kaiserschnitt. Es wäre sicherer als die Presswehen durchzumachen. Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Wie komplikationsreich auch ein Kaiserschnitt sein kann, sollte ich Jahre später noch am eigenen Leibe erfahren.

Unser Sohn war ein pflegeleichtes und sonniges Baby, so das ich mich recht schnell in den Familienalltag in der kleinen Dachwohnung zurecht fand. Das war auch die Zeit, wo mir mein Mann Mut machte, das Fachabitur nachzuholen. Echt Wahnsinn, die folgenden 2 Jahre drückte ich fast jeden Samstag die Schulbank, unter der Woche schaute ich bestimmte Unterrichtseinheiten im Fernsehen an . Nur 1,5 Jahre später erwartete ich wieder ein Baby. Leider nur 7 Wochen lang. Unter großen Schmerzen verlor ich dieses Baby. Ich litt ziemlich unter dieser Fehlgeburt.

Im Herbst 1997 wurde ich dann wieder schwanger. Schnell war klar – wir benötigten eine größere Wohnung. Leider hatten wir kaum noch Freunde. Ich weiß nicht ob ihr das auch kennt? Wenn man das erste Pärchen ist, welches heiratet und dann noch ein Baby bekommt (geschweige denn ein zweites erwartet) dann rutscht man augenblicklich in eine andere „Dimension“. Die Dimension „Eltern“. Windeln, Stillen, Babybrei, feste Essenszeiten und vor allen Dingen ein geregelter Schlafrhythmus bei den Kleinen sind in dieser Dimension, gerade als frisch gebackene Eltern unumgängliche Themen. Denn, brilliert man bei diesen Herausforderungen, sichert es einem selbst ausreichend Schlaf. Ausreichend Schlaf? „Ihr seit doch vorher auch erst um 3 Uhr nachts ins Bett gefallen“, meinten die Freunde. „Ja das stimmt,“ pflichtet ich ihnen bei, „aber da musste ich ja nicht um 6 Uhr morgens wieder raus, weil das Baby unter allen Umständen darauf bestand das es nicht mehr müde ist. Nun, also mein Mann und ich konnten da nicht mehr mithalten. Wollten wir eigentlich auch nicht. Und so lösten sich unser Freunde von uns und wir uns von ihnen.

Kurz vor Weihnachten renovierte mein Mann die neue Wohnung. Ich lag derweil mit akuter Magen- und Darmgrippe im Krankenhaus. Da ich wirklich nichts mehr im Körper behalten konnte, machten sich die Ärzte dann doch Sorgen um mein Baby. Ich war mittlerweile im 3-ten Monat schwanger.

Von meiner Mutter erfuhr eine alte Bekannte, mit der ich in der Vergangenheit eigentlich sehr wenig zu tun hatte, von unserer misslichen Lage. Sie bot sich an, zusammen mit ihrem uns unbekannten Verlobten und einigen Freunden und Familienmitgliedern zu helfen. Am Umzugstag, ich war wieder aus dem Krankenhaus entlassen, rückte also eine Horde hilfsbereiter Menschen an. Zack zack, jeder schnappte sich etwas und der Umzug ging zügig vonstatten. Sehr schnell merkten wir, dass diese Menschen ”irgendwie anders” waren. Wir waren beeindruckt wie hilfsbereit sie waren. Was mich irritierte war die Tatsache, das sie nicht so wie ich über die Pizza, die wir uns Mittags liefern ließen, herfielen. Ich rief noch „Guten Appetit!“ und bis herzhaft in den knusprigen Teig. Und was machten die anderen? Die senkten ihre Köpfe und falteten ihre Hände. Es bereitete sich eine Stille aus, die allenfalls von den Geräuschen meiner Kaumuskulatur unterbrochen wurde.

Wäre das ein Comic gewesen, hätte der Zeichner wohl ein dickes Fragezeichen über meinen Kopf gemalt. Ratlos blickte ich zu meinen Mann. Was war das denn? Ja es war mir schon klar das sie wohl beteten, aber wieso denn jetzt? Hallo – wir wollten lediglich eine Pizza essen, nicht die Welt verändern. Ich betete zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr. Ich tat es als Teenager, ja in der Jungschar. In der Zeit betete ich auch schon mal wenn ich etwas ganz dringend wollte. Aber mehr Erfahrung hatte ich nicht beim Beten.

Ich stellte das Kauen kurzfristig ein und wartete ab. Ahhh, endlich die Köpfe gingen wieder hoch. Nein, es war keiner böse auf mich, sie lächelten mich an, wünschten mir ebenfalls einen „Guten Appetit!“ und bissen auch herzhaft in ihre Pizza.

Trotzdem lies mich diese Begebenheit nicht mehr los.

Ich weiß nicht wieviel Zeit verging, aber eines Tages fand ich die Bibel von meinem Vater. Dass mein Vater überhaupt eine Bibel hatte versetzte mich schon ins Staunen. In der Bibel waren die einen oder anderen Stellen über Jesus herausgeschrieben . Ich fragte mich inwieweit Papa Gott kannte und diesen Jesus. Schade, fragen konnte und kann ich ihn nicht mehr.

Die Jahre vergingen und wir waren mittlerweile zu viert. Ich hatte noch ein süßes Mädchen zur Welt gebracht. Kurz vor der Geburt beendete ich übrigens noch sehr erfolgreich mein Fachabitur. Dass ich das geschaffte hatte, trotz Kleinkind und Baby im Bauch tat meinem oft so angeknacksten Selbstbewusstsein sehr gut. Ich weiß noch wie ich mich Anfang der Woche zur Zeugnisvergabe begab, und 3 Tage später dann auf den OP-Tisch.

Jedenfalls verlief alles gut. Die kleine Wohnung war für die nächsten Monate ein schönes zu Hause für uns. Liebäugeln taten wir aber mit einem Grundstück, welches sich unweit in dem kleinen Ort befand. Mein Mann saß Abend für Abend vor dem Computer und plante ein wunderschönes kleines Häuschen für uns. 1999 setzten wir diesen Traum dann um. Wir bauten ein Haus. Mein Mann ließ sich leider etwas von der anfänglichen Baugeschwindigkeit täuschen, in der das Haus Gestalt annahm und kündigte mutig unsere Mietwohnung. Sehr mutig, sehr kurzfristig! Sehr schnell wurde uns dann klar: Wir brauchten hier schon ein Wunder, wenn wir Weihnachten nicht in einen Rohbau ziehen wollten.

Das Wunder stand plötzlich in Form meiner Bekannten, ihren (mittlerweile) Ehemann und vielen Freunden vor der Tür und an unzähligen Tagen halfen uns die Männer am Bau. Um es kurz zu machen: Weihnachten wohnten wir dann in einem recht wohnlichen Haus.

Wir hatten Federn gelassen, mein Mann und ich. Das merkten auch unsere neuen Freunde, die fortan öfter zu Besuch kamen. Zu Weihnachten schenkten sie uns das Buch ”Bist du der einzige, der nicht weiß, was geschehen ist?” von John R. Cross (1). Mittels dieses Buches wurden meinem Mann und mir das grundlegende Thema der Bibel auf einfache und gut verständliche Weise erklärt.

Jetzt wusste ich endlich Bescheid.

Gott liebt mich. Er hat mich geschaffen und will, dass ich eine persönliche Beziehung zu ihm habe. Aber die Gemeinschaft mit Gott ist dadurch, das ich schuldig bin (mein Egoismus, Lügen, Eifersucht…), zerstört. Deshalb kann ich Gottes Liebe nicht erfahren.

Jesus Christus ist Gottes Weg aus meinen Ungehorsam. Allein durch ihn kann ich wieder eine persönliche Beziehung zu Gott finden. Durch seine Kreuzigung nahm er meine Sünden auf sich und starb stellvertretend für mich.

Damals wusste ich aber noch nicht, dass es nicht einfach reicht, diese Fakten zu wissen.

Jeder Mensch muss sich persönlich für Gott entscheiden. Er muss Christus im Gebet einladen in sein Leben zu kommen. Er muss Jesus offen gestehen, dass er schuldig ist, dass es ihm leid tut und dass er ein Christ werden möchte. Und es sollte ihm ein tiefes Bedürfnis sein, Jesus dafür zu danken, das er durch seine Kreuzigung eben diese gesamte Schuld auf sich nahm und sogar für ihn starb.

Ich las noch weitere Bücher in denen von Jesus und dem Glauben berichtet wurde und hatte plötzlich den Wunsch Jesus genau das zu sagen, was ich gerade erwähnte. Ich tat es, nicht wissend, dass eben dieser Schritt so wichtig ist.

Schon bald bemerkte ich an mir, dass ich immer häufiger betete und Literatur über diesen Jesus nur so verschlang. Ich las in einem Buch dann darüber wie man eine Beziehung zu Jesus beginnt. Dort stand ein ähnliches Gebet wie ich es kürzlich erst sprach.

Ich hatte also mein Leben mit Jesus schon begonnen.Ich habe endlich den roten Faden für mein Leben gefunden den ich in all den Jahren suchte. Jeder Lebensabschnitt in meinen 29 Jahren, in denen ich kein Christ war, hat Gott mich behutsam zu sich gezogen. Ich erkenne jetzt in so vielen Lebensstationen meiner Vergangenheit einen Sinn.

Gott hat über mich gewacht als ich als Baby operiert wurde. Ich sollte gerettet werden.

In der Kinder- und Teenagerzeit, in der mein Vater behindert wurde und ich so ängstlich war (besonders was Ärzte und Krankenhäuser anging), wurde ich sensibel für Behinderte, alte und kranke Menschen.

Meine Tagebücher und Gedichte aus der Jugendzeit bekommen jetzt mehr denn je einen Sinn. Ich schreibe immer noch Tagebuch und mittlerweile einen Blog, weil es Spaß macht den ”roten Faden” zu verfolgen.

Ja, mein Vater starb. Gott hat dieses Gebet nicht so beantwortet wie ich es mir wünschte. Aber auch durch die Bibel meines Vaters konnte Gott mich wieder näher zu sich ziehen. Und ich habe durch diesen Fund die starke Hoffnung das mein Vater auch Christ ist und im Himmel leben darf.

1) John R. Cross: Bist du der Einzige, der nicht weiß, was geschehen ist?; GoodSeed

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5 thoughts on “Notfalls mit der Brechstange! Meine kleine Biografie! Kapitel 2

  1. Hallo Sandra,

    das ist wirklich schön geschrieben! Ich kenne die Situation auch, plötzlich die „Freunde“ zu verlieren, als das Baby da war. Als dann auch noch der Vater weg war, stand ich plötzlich ganz alleine da. Schön, dass Ihr in schweren Situationen immer Leute um Euch hattet, die mit angefasst haben und dass sie Euch auf den Weg geführt haben, der Euch glücklich macht.

    Ich werde mir auch noch die vorherigen Beiträge anschauen!

    Liebe Grüße
    Jana

    PS: Die asiatische Abo-Box war am 22.01. online!

  2. Liebe Sandra,
    das hast Du wirklich sehr schön geschrieben. Ich muss zugeben, dass ich zwar evangelisch bin und ich auch an Gott glaube, aber zu ihm beten, tue ich irgendwie nicht mehr. Das Buch sollte ich mir glaube ich zulegen. Vielleicht hilft es mir, meine Aufgabe zu finden.

    Freya

  3. Liebe Sandra,

    jetzt kenn ich dich schon so lange und kenne auch deine Geschichte, bin aber immer wieder tief bewegt, wenn ich sie aufs neue lese!!!

    Du bist eine STARKE und MUTIGE Frau … ein perfekter Gedanke Gottes und deine Geschicht und dein Blog hilft jetzt vielen anderen Menschen!!! Das ist einfach KLasse!!!

    Wie schön das wir uns kennen und Gott unser gemeinsamer Papa ist!

    Ich drück dich!
    Deine Naemi

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