Mein WUNDERbares 2017!

Mein WUNDERbares 2017!

Mit einem Glas Hugo habe ich gestern dem alten Jahr „Auf Wiedersehen“ gesagt und das neue Jahr mit großem „Hallo“ begrüßt. Einige Stunden und Gläser Hugo vorher saß ich an meinem Sekretär und zog meine übliche Jahresbilanz. Der Latte Macchiato dampfte vor sich hin, mein neues Tagebuch lag aufgeschlagen vor mir und die Worte flossen aus mir heraus:

Ein wirklich ereignisreiches Jahr mit dem Herrn neigt sich dem Ende! Im Gottesdienst hörte ich von der Wanderung der Israeliten durch die Wüste ins gelobte Land. Ein Weg, der durch Umwege durchs Schilfmeer, der Wüste, der Hitze und vielem mehr führte. Ein Weg, den die Israeliten oft nicht verstanden. Gleichzeitig war Gott immer mit Ihnen. Genauso wie er mit mir und jedem einzelnen Menschen ist, der es zulässt.

Genau das habe ich dieses Jahr, und wenn ich ehrlich bin schon so viele Lebensjahre zuvor, erlebt. Wege, die durch die Wüste gingen, die wie Umwege durch das Schilfmeer der Grenzerfahrungen anmuteten. Immer wieder durfte ich gerade dann viel lernen. Gleichzeitig war ich viel zu oft enttäuscht darüber, das meine Erkenntnisse sowie auch mein Befinden (körperlich und oft auch emotional) meines Erachtens immer nur „von 12 bis Mittag“ hielten. Ich verstand das nicht!

Ich stand doch von Anbeginn, wo Jesus Teil meines Lebens wurde, zu ihm und bemühte mich so sehr um ihn und sein Reich!

Mein wunderbares 2017
Mein wunderbares 2017

Ja, „Bemühungen“ – organisieren, etwas regeln, etwas auf die Beine stellen, etwas geschwind erledigen – darin war ich schon immer gut. Also wenn ich nicht gerade mal wieder krank war! Leider fühlte ich mich immer wieder als Versager. Das Adjektiv „wertvoll“ war immer schon eine Herausforderung für mich. Ich fühlte mich selten wertvoll. Wenn überhaupt nur dann, wenn ich etwas leistete. Dass ich wertvoll sei, einfach nur weil „ich bin“, das konnte ich mir viele Jahre nicht vorstellen.

Ich verstand nicht was mir noch fehlte. Ich verstand nicht, das das was ich kurz nach meiner Geburt erlebte, nämlich die neun Monate, die ich mit einem schweren Herzfehler im Krankenhaus verbrachte, eine viel folgenschwerere Geschichte war, als ich mir vorstellte. Da ich immer wieder im Leben erkrankte und sogar zum wiederholten Mal, diesmal im Alter von 32 bei einer Geburt, fast starb, wollte ich einfach nur „schnell wieder raus“ aus den verschiedenen Situation.

Das ist auch grundsätzlich gut Schweres im Leben nicht zu kultivieren!

Das „kurz mal drüber schauen“ (oder sollte ich sagen verdrängen), reicht jedoch auch nicht. Was blieb war die Tatsache, das ich mich für jede „Schwäche“ verurteilte. Es manifestierten sich hässliche Glaubenssätze in meinem Herzen.

Und dann diese Ängste, die mich immer wieder quälten. Allen voran Verlustängste. Kein Wunder, so habe ich viel zu früh meinen Opa, meinen Vater und meine Freundin zu Grabe tragen müssen.  Diese Ängste erschwerten mir sehr oft die Gestaltung von Beziehungen und Freundschaften. Mit Mitte 30 gesellten sich für einige Zeit auch noch Panikstörungen in meinen Alltag. In dieser Zeit sprach Jesus durch den Bibelvers aus Jesaja 43,4  so klar zu mir und sagte mir das er mich liebt.

„Soviel bist du mir wert, das ich Menschen und ganze Völker hergebe, um dich am Leben zu erhalten. Diesen hohen Preis zahle ich, weil ich dich liebe!“

Einige Jahre später sprang mich die Aufforderung Jesu an Petrus „Weide meine Schafe“ (aus Johannes 21, Vers 17) regelrecht an. Das ist es doch was ich all die Jahre tun wollte und schon als Jugendliche in der Selbsthilfegruppe meines Vaters tat:

Ich möchte anderen Menschen helfen! Nur wie, wenn ich doch selber ständig krank bin und Hilfe brauche????

Es blieben trotz Zusage von Jesus das er mich liebt diese Zweifel und der Druck für diese Liebe etwas leisten zu müssen.

2017 erfuhr ich erstmals, quasi aufbauend auf Jesu Zusage an mich, das es eine erste wichtige Berufung für jeden Menschen gibt, die Jesus sich von uns wünscht. Sie bildet die Grundlage für alles Weitere im Leben:

„Jesus nachfolgen und die Beziehung zu ihm pflegen!“

Diese Aufforderung, so schlicht sie auch klingen mag, verlangt nach einem Menschen, der emotional und geistlich reif ist.

Dieses Jahr schloss sich endlich der Kreis bei mir. Es ging mir bis dahin schon fast 1,5 Jahre besonders schlecht. Auslöser war eine Bauchoperation, in der ich ausgerechnet in dem OP geschoben wurde, wo ich 2003 bei der Geburt meines jüngsten Kindes fast starb. Die Liste meiner Beschwerden war lang und wir konnten nicht mehr unterscheiden was emotionalen Ursprungs und was körperliche Ursache ist. Es führte mich und uns als Ehepaar und Familie an die Grenzen.

Dieses Frühjahr erkannte eine kompetente Seelsorgerin was mir fehlte. Ich hatte eine posttraumatische Belastungsstörung.

Kurz erklärt: Der lange Krankenhausaufenthalt als Baby ist ein Trauma mit schlimmen Folgeerscheinungen, die in den darauffolgenden Jahren mal mehr und mal weniger zutage traten. Da gibt es den sogenannten Alltagsmenschen, der das Leben oberflächlich betrachtet meistert, und die traumatischen Anteile, wenn die angetriggert wurden, irgendwie so schnell wie möglich wegdrückte. Das ist, gelinde gesagt, ein mega Stress für den Körper und irgendwann kommt der Punkt, wo der Alltagsmensch das nicht mehr schafft. Das System kollabiert, die Symptome einer Traumafolgestörung lassen sich nicht mehr wegdrücken.

Die Seelsorgerin, einschlägige Fachliteratur und der Beginn einer eigenen Seelsorgeausbildung halfen mir die Zusammenhänge zu verstehen. Ich lernte und lerne viel über mich und meine Seele. Meine Vergangenheit, mit ihren bitteren Wurzeln, prägenden Familienmustern, Wunden, hässlichen Glaubenssätzen, wurde (wird) nach und nach durch Vergebung , Jesus, Glauben mit Tiefgang, sich Ruhe zu gönnen… und Vielem mehr heil. Es ist nicht leicht (gewesen) und gleichzeitig unendlich wertvoll.

Ich weiß jetzt das ich wertvoll bin. Ich suche nicht mehr nach einer Bedingung in der Zusage von Jesus, das er mich liebt. Es gibt nämlich keine. Gott liebt mich „weil ich bin“!

Ich bin emotional in einem wichtigen Bereich heil geworden und ein Stück weit emotional und geistlich gereift!

mein wunderbares 2017
Mein WUNDERbares 2017

 

Ich schlage eine neue Seite in meinem Tagebuch und in meinem Leben auf. Ich freue mich, denn ich starte mit so vielen Geschenke ins neue Jahr:  Familie, Ehe, Freunde, Bekannte, meine Weiterbildungen, das neue Ehrenamt was ich gestalte, den Blog und und und…  die Ruhe und den Frieden, den Jesus mir so oft ins Herz legt.

♥-lichst Sandra

Nachwort: In dieser Zeit habe ich ein „Traumabüchlein“ geführt. Ich schreibe da von schweren Tagen, in denen sich scheinbar nichts bewegte und von Tagen, in denen Gott Wunder tat. Im Moment ist es noch ein schlichter Block, in dem all diese Dinge stehen. Das soll aber nicht so bleiben. Gott kann mich nämlich nicht trotz meiner Vergangenheit, Verletzungen, Wunden … gebrauchen, sonder wegen all diesem „Unvollkommenden“ und  „Schwachen“. Ihr werdet also noch von mir hören ;-).

Ich freue mich, wenn du meinen Blog teilst! Du möchtest auf dem Laufenden bleiben? Dann tobe dich auf den Buttons in meiner Sidebar aus :-)!

2 Gedanken zu „Mein WUNDERbares 2017!

  1. Ein sehr bewegender Rückblick. Ich hoffe das 2018 besser wird, wir müssen irgendwie alle nach vorne blicken. Es kann alles nur besser werden. Liebe Grüße an diesem Neujahrstag. LG

  2. Ich freue mich, dass du 2017 gut erlebt und verlebt hast und wünsche dir auch für das neue Jahr eine schöne Zeit, in der du ebenfalls viel Ruhe und Frieden findest!

    Liebe Grüße
    Jana

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