Der Wert einer geistlichen Mutter

Mutter

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Ich weiß nicht, wie viele Mütter diesen Eintrag lesen werden, deren Kinder schon groß und aus dem Haus sind.

Ich weiß auch nicht, wie viele Mütter auf meinen Blog vorbei schauen, die Kinder im Teenageralter  haben und meinen in einer TV-Show zu sein, wo die Mutter den Preis gewinnt, die in kürzester Zeit das meiste schmutzige Geschirr im Haus findet, einschließlich dem im Kleiderschrank ihrer Teenager.

Ich weiß ebenfalls nicht, wie viele Mütter meinen Post lesen, die noch jüngere Kinder haben und sich während sie das Kaninchen, den Hamster oder Wellensittich versorgen fragen: „Wieso mach‘ ich das eigentlich immer wieder?“

Und letzten Endes weiß ich auch nicht, wie viele Frauen mein Sommerzimmer besuchen, die keine bzw. noch keine biologische Mutter sind.

Aber was ich weiß ist, das wir Frauen alle die Chance haben eins zu sein: Wir können eine geistliche Mutter sein bzw. werden!Was sind geistliche Mütter, was können sie ausrichten? In der Bibel im 2-ten Titusbrief finden wir eine konkrete Aussage dazu:

„…ebenso die alten Frauen in ihrer Haltung dem Heiligen angemessen, nicht verleumderisch, nicht Sklavinnen von vielem Wein, Lehrerinnen des Guten; damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert werde.“

Oh ha, dachte ich beim ersten Lesen. Das klingt alles recht hausbacken. Ich glaube etliche Frauen nicken jetzt zustimmend. Ok, den Ehemann lieben, die eigenen Kinder lieben, anderen Menschen etwas Gutes mit auf den Weg geben…. ja –  aber den Kopf den ganzen Tag nur in den Wäschekorb oder den Kochtopf zu stecken???? Und die Stelle mit „den Männer unterordnen“ verursacht gleich migräneartige Kopfschmerzen.

Also tasten wir uns mal vorsichtig an den Text heran. Zunächst sollen also die „alten Frauen in ihrer Haltung dem Heiligen angemessen“ sein. Was sind „alte Frauen“. Sind das „nur“ die biologisch älteren Frauen? Ich denke, Frauen können auch „alt“ sein, wenn sie schon einige Jahre im Glauben stehen und beständig gewachsen sind. Können diese Frauen nicht Christinnen, die „neu dabei sind“ begleiten, wenn diese Erfahrungen mit Jesus machen? Es kommt meines Erachtens nicht auf das biologische Alter an, um den Aufruf der christlichen Mutter zu folgen. Es kommt auf die Erfahrung an, die eine Frau im alltäglichen Leben mit Jesus gemacht hat und wie sie ihren „alltäglichen“ Glauben lebt. Also mit etwas salopperen Worten gesagt: Sie sollen zum Beispiel nicht über andere lästern, nicht zu oft (geschweige denn zu tief 😉 ) ins Glas schauen – also einfach hier und da als gutes Beispiel voraus gehen.

Betrachten wir die Bibelstelle nun weiter: „…damit sie die jungen Frauen unterweisen, ihre Männer zu lieben, ihre Kinder zu lieben, besonnen, keusch, mit häuslichen Arbeiten beschäftigt, gütig, den eigenen Männern sich unterzuordnen, damit das Wort Gottes nicht verlästert  werde.“

Das Model nach Titus 2 wie es oft genannt wird, stellt definitiv ein Gegengewicht zu den gängigen Meinungen der Gesellschaft da. Es stärkt hierbei besonders die Rolle der Frau als Mutter und Gefährtin aus Gottes Sicht. Ist es eigentlich wirklich altbacken unseren Mann und unsere Kinder zu lieben, unseren Haushalt nicht verwahrlosen zu lassen, gütig zu den Mitmenschen zu sein und unsere Männer zu achten?

Ich hätte mich lang und breit über die Formulierung „den eigenen Männern sich unterzuordnen“ aufregen können. Hab ich auch 😉 ! Dieser Satz spiegelt für mich die gesellschaftliche Rolle der Frau in der damaligen Zeit wieder. Frauen hatten schlichtweg eine untergeordnetere Rolle. Heutzutage ist das gesellschaftlich nicht mehr so. Wir Frauen sind stolz darauf, das wir unsere Positionen zugunsten mehr Mitbestimmung verschieben konnten. Und das ist auch gut so, denn sonst könnte ich diesen Post, ach was sage ich diesen ganzen Blog, nicht schreiben.

Am Rande erwähnt: Ich glaube, die Rolle die die Gesellschaft den Frauen damals zudachte, war nicht die Rolle die Jesus für das weibliche Geschlecht vorschwebte. Nicht nur, das er immer wertschätzend mit Frauen umging, nein, er ging sogar so weit, das er ihnen die wichtigste Botschaft, die es nach seiner Kreuzigung zu verbreiten galt, anvertraute, damit sie sie anderen Menschen nahe bringen: Seine Auferstehung! Aber, wie gesagt, das nur am Rande.

Viele gute Werte, die gerade wir Frauen unseren und auch anderen Kindern vermitteln könnten (sollten), bleiben oft ungesagt, weil wir keine Zeit mehr haben. Wir kommen abgehetzt vom (Mini)-Job, schieben idealerweise das Mittagessen in den Backofen, sausen mit dem Staubsauger noch schnell durch die Wohnung, versorgen die Waschmaschine mit Nahrung, während es an der Türe schon Sturm klingelt. Wir fahren uns noch hektisch durchs Haar, vielleicht ist es ja der Postbote. „Hab‘ den Schlüssel vergessen!“ Stoisch schließen wir hinter unserem Sprössling die Türe. Im Kopf speichern wir noch eben „Flur wischen“ ab, denn der Sohnemann war noch eben kurz…na ja lassen wir das.  So oder so ähnlich läuft es vielleicht ab. Es ist ein eben Spagat und ein Eiertanz zwischen vielen vielschichtigen Anforderungen des Alltags.

Als ich Christin wurde las ich zum besseren Verständnis zunächst einmal in der Bibelübersetzung „Hoffnung für alle“. Dadurch wurde ich gar nicht mit dem Satzstück „den eigenen Männern sich unterzuordnen“ konfrontiert. Dort steht an dieser Stelle „ihre Männer achten“. Im Zusammenhang:

“ Von den älteren Frauen verlange, das sie ein Leben führen, wie es Gott Ehre macht. Sie sollen nicht klatschen und tratschen, noch sich betrinken, sondern in allen Dingen mit gutem Beispiel vorangehen. So können sie die jungen Frauen zu einem guten, geordneten Leben anleiten; dazu ihre Männer und Kinder zu lieben, nicht anstößig und unbeherrscht handeln, ihren Haushalt gut versorgen, sich liebevoll und gütig verhalten und ihre Männer achten, damit Gottes Wort durch sie nicht in Verruf gerät.“

Und was ist da jetzt bitte schön noch altbacken? Ich bin davon überzeugt das diese Werte unserer Gesellschaft gut tun. Ich denke nicht, das Gott das Rad der Geschichte wieder zurück drehen möchte. Wir Frauen brauchen keine untergeordnete Rolle in der Gesellschaft mehr einnehmen.

In jeder Lebensphase einer Frau gibt es diverse Möglichkeiten, Jesus kenne zu lernen, ihm im Gebet sein Leben anzuvertrauen und mit ihm zu leben.

Und in jeder Lebensphase einer Frau, die Jesus nachfolgt, gibt es diverse Möglichkeiten, ihre Gaben und natürlichen Fähigkeiten von Gott in ihr Leben einzubringen.

Und eine dieser Fähigkeiten, die uns Frauen von Gott gegeben wurde ist die Mutterschaft – in ihrer biologischen Form und/oder auch im geistlichen Sinne.

Viel Freude dabei, herzlichst Sandra

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