Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 2

Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 2

Ich steh dazu, ganz frank und frei! Wer wissen will, wie die Anbetungszeit am kommenden Morgen auf der Willow Creek Konferenz war, darf mich nicht fragen. Ich stand etwas später als gewöhnlich auf und genoss ein Frühstück mit meinem ältesten Sohn. Das war einfach dran…

Ob das jetzt auch ein „white Space“ war, können wir im Verlauf dieses zweiten Konkresstages ja noch gemeinsam prüfen ;-).

Leise und geduckt huschte ich auf den Platz, den meine liebe Tochter mir frei hielt. Manager Horst Schulze redete schon wortgewand und sehr zum Leidwesen des Übersetzers im zweisprachigen Durcheinander über „Weltklasse-Service“ im Businessbereich. Dabei konnten wir eine Fülle von Anregungen für Christen und Gemeinden mitnehmen. „Ganz wichtig ist, dass der Kunde dir vertraut und wiederkommt“, erklärt Schulze. Wer wollte das leugnen. Wir Christen sprechen in unserem Bereich wohl seltener von Kundschaft – dass  Menschen wiederkommen, ist uns allerdings ebenso ein Anliegen. Entscheidend ist hierbei:

Wie gehen Menschen mit anderen Menschen um?

Im aufgezeichneten Interview mit Melinda Gates und Bill Hybels, wo es im Wesentlichen um die Gates Foundation ging, blieb mir vor allen Dingen ein Satz in Erinnerung:

Du musst gut zuhören!

Ja das stimmt. Egal um wen es geht, wenn du einen Menschen verstehen möchtest musst du gut zuhören.

Im Anschluss sprachen zwei junge Kirchen-Leiter von modernen Startup-Kirchen von ihrer Leidenschaft für missionarischen Gemeindebau: Freimut Haverkamp von der Hillsong-Gemeinde Konstanz sieht Gemeinde als neuen Garten wo Jesus in der Mitte ist, Ort der Gemeinschaft, Umfeld wo Menschen aufblühen… ein bisschen wie ein Gewächshaus. Wenn Umgebung, Wärme, Licht Klima,… stimmen, dann geschieht Wachstum. Wie es im Psalm 92, 13 – 16 steht:

Der Gerechte wird sprossen wie die Palme, wie eine Zeder auf dem Libanon wird er emporwachsen. Die gepflanzt sind im Haus des HERRN, werden grünen in den Vorhöfen unseres Gottes. Noch im Greisenalter gedeihen sie, sind sie saftvoll und grün, um zu verkünden, dass der HERR gerecht ist. Er ist mein Fels, und kein Unrecht ist an ihm.
Er schloss mit 2 Fragen zum weiterdenken:

Lasse ich mich „einpflanzen“ ?

Bleibe ich?

Für mich persönlich beziehen sich die Fragen sowohl auf meine Beziehung zu Jesus als auch zur Gemeinde. Und für dich?

Tobias Teichen, Leiter der International Christian Fellowship (ICF)-Gemeinde München, setzt das Bild von Gemeinde-Leitungspersönlichkeiten und Mitarbeitenden am Beispiel von Elia im 1.Könige 19,2 ff. fort. „Elia bekommt eine Whatts App von Isebel , die ein großer Enthusiasmus-Killer im Leben von Elia wird. Elia wird in eine Abwärtsspirale von Angst, Isolation, Resignation und Leere gezogen“, so Teichen. Und in Vers 5 lesen wir:

„Und siehe da, ein Engel rührte ihn an und sprach zu ihm: Steh auf, iss!“

Wir müssen früh genug aufstehen und essen!

Das erinnerte mich an den schmerzhaften Weg, den ich vor ca einem Jahr langsam verließ. Wenn ich ehrlich bin, kenne ich alle 4 Stadien allzu gut. Das Stadium der Angst, der Opferhaltung, der falschen Glaubenssätzen, um sich am Ende eingeschnürt am Boden wieder zu finden. Und je weiter unten man in der Spirale hängt, desto schwerer ist es die Verantwortung für sich zu übernehmen, die erforderlich ist. Teichens Gegenstrategie zur Abwärtsspirale: Dankbarkeit und einen Perspektivwechsel. Betrachten wir unsere Situation aus einem anderen Blickwinkel ist es ein Stück weit, als ob wir zum Beispiel den Spielfilm „der weiße Hai“ rückwärts schauen, so Teichen.

Plötzlich spuckt der „weiße Hai“ so lange Menschen aus, bis sie eine Strandbar eröffnen!

Wunderschöner Lobpreis bei Willow Creek
Wunderschöner Lobpreis bei Willow Creek

Und jetzt lösen wir auch das Geheimnis um den „White Space“. Es handelt sich dabei um „Nachdenk-Pausen-Momente“, als Quelle der Produktivität.

Wie kann ich „White Space“  in meinem vollen Alltag einrichten?

Mit dieser Frage setzte sich die Referentin Juliet Funt auseinander. Die „Tyrannei der Dringlichkeit“ hat ruhige Momente aus dem Alltag gedrückt. 100% Hetze stehen da oft 0% Nachdenklichkeit gegenüber. Da fällt mir doch sofort mein von Dallas Willard inspirierter Satz ein:

Nimm die Hetze aus deinem Leben, dann freut sich die Seele!

„Wann hast du zum letzten Mal jemanden denken gesehen?“ Sie plädiert dafür, der täglichen Arbeit etwas hinzuzufügen, was diese wesentlich verändern kann: »White Space«, nennt Funt das Ergebnis ihrer Studien. Zielgedanke: die Gedanken „aufzuwecken“, sozusagen auf Reisen zu schicken und durch Nachdenken wieder mehr Raum für Kreativität zu wecken.

Wichtig ist »White Space« aber nicht nur im Berufsleben, sondern auch daheim. Man sollte auch dort nicht zu spät starten mit strategischen Pausen.

So glaube ich das mein Frühstück mit meinem Sohn am Morgen ein Stück weit ein White Space für mich war. Denn motiviert und erfrischt ging es danach weiter. Und darum geht es doch. Der täglichen Arbeit etwas hinzuzufügen, was diese positiv verändern kann.

 

Ha, jetzt war es soweit. Ich setzte mich aufrecht auf meinen Stuhl. Der Vortag von Thomas Harry sollte nun folgen.

Leitgedanke: Mit Jesus zu einer reifen Persönlichkeit werden.

Ein Leiter müsse im Grunde nur eine einzige Person führen – sich selbst.  Zu einer guten Selbstführung gehört es für Härry, die eigenen Stärken, Ziele und Werte zu erkennen. Darüber hinaus sei es wichtig, Verantwortung für sich und für eigene Entscheidungen zu übernehmen und in der »Selbstfürsorge« darauf zu achten, dass »die Seele nicht austrocknet und der Glaube nicht flach wird«.

Wer wir im Inneren sind, zeigt sich früher oder später nach außen.

Härry schließt seelsorgerlich: Christsein und reife Leitungspersönlichkeiten haben nichts mit Fehlerlosigkeit und Perfektionismus zu tun. Sondern: »Stell dich deinen Gesichtern der Unreife. Und lass dich von Jesus zur reifen Persönlichkeit führen«, rät der Theologe. An Letzterem durfte ich letztes Jahr schon eine Menge lernen: Die Koffer im Keller

Willow Creek Kongress Büchertisch - ich hab' nur mal geguckt ;-) !
Willow Creek Kongress Büchertisch – ich hab‘ nur mal geguckt 😉 !

Der amerikanische Bestsellerautor John C. Maxwell schloss den zweiten Willow Creek Tag mit seinem Vortrag ab. Darin nannte er drei Fragen, die Menschen an ihre Leiter hätten. Diese lauten:

Liebst du mich? Kannst du mir helfen? Kann ich dir vertrauen?

Gute Leiter würden sich jeden Tag ganz bewusst und konkret dazu entscheiden, andere Menschen zu bereichern – durch Unterstützung, Wertschätzung und Ermutigung. Dazu sei ein Umdenken nötig, da der Mensch von Natur aus selbstsüchtig sei.

Etwas später als geplant verließen wir den „Ort der Gelehrsamkeit“ an diesem Tag.

Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung!

Auch diesen Tagesbericht lasse ich mit diesem Satz enden. Denn mehr denn ja werde ich, werden wir, durch jeden einzelnen Vortrag dazu aufgerufen, sich von Jesus ansprechen, verändern und herausfordern zu lassen.

Was ich vom letzten Willow Creek Kongresstag mitnahm verrate ich euch in meinem letzten Post meine „Willow-Creek-Reihe“.

♥-lichst, Sandra

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4 Gedanken zu „Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 2

  1. An sich finde ich solche Kongresstage ja echt spannend. Man lernt neues kennen, sich neu kennen, verstehen und anders denken.
    Ich denke, wenn ihr das Gefühl habt etwas mitgenommen zu haben, dann war es definitiv ein Tag der als Erfolg verbucht werden kann!
    Janine

  2. Huhu.
    Oh, ich war ja schon viel zu lange nicht mehr hier. Finde die Veränderung sehr gut 😉
    Ein sehr Interessanter und spannedes Thema. Teil 1 werde ich mir gleich einmal durchgelesen.

    Alles liebe

  3. Ich mag Kongresse auch ziemlich gerne. Man lernt wirklich viel, sowohl neues als auch über sich als Person. Da bekommt man ganz andere Ansichten und Denkweisen 🙂 Toller Bericht!

    Liebe Grüße
    Carry

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