Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 1

Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 1

Ich wünschte dieser Einleitungssatz wäre meinen grauen Gehirnzellen entsprungen. Ja, ich gebe zu, als ich ihn zum ersten Mal hörte, war ich auch etwas irritiert. Ich verstehe eure fragenden Gesichtsausdrücke gut.  Und ich verstehe auch, wenn ihr skeptisch bleibt, wenn ich euch jetzt verrate, das ich ihn als Einleitungssatz für eine grandiose Zeit bei Willow Creek nutze.

Ich habe den diesjährigen Leitungskongress von Willow Creek besucht.

Leider waren die Karten für Dortmund schon sehr früh ausverkauft, so entschied ich mich für den Übertragungsort „Forum Wiedenest“. Da kenne ich mich ohnehin gut aus und fühle mich durch die vielen Seminare, die ich im Rahmen meiner Seelsorgeausbildung besuche, dort eh schon sehr heimisch.

Im Eingangsbereich reihten sich verschiedene Informations- und Bücherstände. Letztere konnte ich nur mit starker Willenskraft umschiffen… Ich und Bücher! Da ich in Kürze mein Wiegenfest feiere, brauche ich unbedingt noch eine Wunschliste für gewisse Familienangehörige oder auch Freude.

Ich freute mich besonders auf Thomas Harry, da bin ich ehrlich. Der, der das Buch „Das Geheimnis deiner Stärke“ schrieb und damit ein wesentlicher Teil meiner „inneren Heilung“ im letzten Jahr war. (Hier nochmal der Link zu meinem WUNDERbarem Jahr 2017.)

Pssst, leise jetzt! Es geht los!

Die Band begeisterte uns zu Anfang und immer wieder zwischen den Vorträgen mit wunderschöner Lobpreismusik. Mir, die ich Gospels liebe, werden vor allen Dingen Songs wie zum Beispiel „I call you faithfull“ im Gedächtnis bleiben.

Den „vorträglichen“ Anfang machte Bill Hybels, der Gründer der Willow Creek Community Church!

„Ermutigung passt immer!“

habe ich in meinem Kongressheft festgehalten.

Kongressheft Willow Creek

 

Er referierte über das Leiten in Zeiten der Respektlosigkeit. In Restaurants könnten Gäste die Respektlosigkeit, die unter den Mitarbeitern herrscht, „regelrecht schmecken“. Auch in Gemeinden hat sich Respektlosigkeit eingenistet. Hybels wirbt darum, den „Wert der Demut“ hoch zu halten:

Begegnet allen Menschen mit Achtung…. (1.Petr. 2,17 NGÜ)

Nach einer kleinen Kaffeepause lernten wir von Prof. Dr. Erin Meyer, was sich hinter dem Begriff „interkulturelle Landkarte“ verbirgt. Kurz gesagt handelt es sich um eine Kultur-Landkarte, die viel über die interkulturelle Kommunikation verrät. Es geht um globale Leiterschaft, eine Leiterschaft die ebenso klar hören und kommunizieren kann wie auch Nachrichten „aus der Luft“ (die Botschaft zwischen Worten und die Atmosphäre) zu verstehen.

Mittlerweile lag eher der Duft vom Mittagessen in der Atmosphäre. Bis 15 Uhr war Zeit zum Essen, Austausch oder auch ein kleiner Spaziergang rund ums Forum Wiedenest.

Zusammen mit dem katholischen Generalvikariatsrat Christian Hennecke aus Hildesheim gingen wir nach der Mittagspause, angelehnt an den Silvester-Sketch „Dinner for one“, folgender Frage auf den Grund:  „Wer ist eigentlich die Miss Sophie in der Kirche, die Totes immer wieder aus der Klamottenkiste holt?“

Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung!

Und da ist sie auch schon – „meine“ Überschrift! Sie war der Einleitungssatz vom Theologieprof. Michael Herbst, der sich mit dem Abendteuer Nachfolge beschäftigte. Was ist „lebendiges, mündiges Christsein“? Sehen wir die Gnade als „bedingungsloses Grundeinkommen“, mit welchem wir Jesus nachfolgen? „Wir brauchen Christus – immer, ein Leben lang!“ schilderte er. Erkennen wir das und folgen wir ihm darum nach? Auch wenn wir vielleicht mal anecken, kritisiert werden, uns schrammen holen – eben „eine Schussverletzung“?

Im anschließenden Beitrag schlussfolgerte sie Autorin und Referentin Danielle Strickland aus der biblischen Erzählung über Gideon (Richter 6,11 ff) das es zwei Prinzipien sind, die Leitungspersönlichkeiten kennzeichnen: wahre Demut und wahre Abhängigkeit. Dabei ist „der Schalom Gottes“ Gideons und unser Rückgrat als Leiter.

Was bedeutet wahre Demut: Die Übereinstimmung mit dem, was Gott sagt, wer ich bin!

Dann brauche ich weder von der einen Seite vom Pferd runter zu fallen und arrogant auftreten noch von der anderen Seite des Gauls zu rutschen und im Selbstmitleid zu versinken.

Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung!

Bin ich bereit auch schonmal  Ecken, Schrammen, Kratzer oder andere Verletzungen in der Nachfolge abzubekommen? Mit diesen Gedanken fuhr ich am ersten Willow Creek Tag nach Hause. Ein spannender Tag, voller Eindrücke, ging zu Ende. In den nächsten Posts erzähle ich euch unter anderem, was „steh auf und iss“ bedeutet, was es heißt „eingepflanzt“ zu werden, wer „Mark“ ist und vieles mehr.

Jetzt brauche ich aber erst mal eine „White Space“ 😉 ! (Pssst, was das ist verrate ich euch dann auch beim nächsten Mal)

In diesem Sinne noch ein paar Impressionen aus der Halle. Danke David Brunner an dieser Stelle dafür!

♥-lichst Sandra

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5 Gedanken zu „Früher begann der Tag mit einer Schussverletzung – Teil 1

  1. Spannender Artikel!
    Zeiten der Respektlosigkeit – das trifft es ganz gut… ich denke da kann so ziemlich jeder ein eigenes Lied von singen. Mittlerweile greift diese Ungesundheit ja nicht nur versteckt in Sozialen Medien um sich sondern im alltäglichen Umgang und da ist es gut und wichtig, solche Dinge zu thematisieren. Scheint zumindest ganz so, als hättest du einen sehr interessanten und lehrreichen Tag verlebt und das ganz ohne Schussverletzung 🙂

  2. Interessanter Artikel.
    „Dann brauche ich weder von der einen Seite vom Pferd runter zu fallen und arrogant auftreten noch von der anderen Seite des Gauls zu rutschen und im Selbstmitleid zu versinken.“ – wirklich ein interessanter Satz.

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

  3. Interessanter Artikel. Du hättest vielleicht noch ein paar einleitende Worte zu „Was ist Willow Creek“ finden können – für so ganz Unwissende wie mich… Ich geh dann mal googlen.

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