Der „Alles-darf-sein“-Traum

Der „Alles-darf-sein“-Traum

Ich habe das Ziel begleitende Seelsorgerin zu werden. Wissen vielleicht schon einige von euch. Wieso es mich in diese Richtung verschlug, habe ich auch in vielen Artikeln auf meinem Blog geschrieben. An der Stelle möchte ich euch übrigens einmal danken, für euer Feedback, die vielen ermutigenden Worte, persönlichen Mais udgl. Ich freue mich sehr, wenn ich euch durch meine Lebensgeschichte Impulse oder Ermutigungen für euren Alltag und eure Herausforderungen im Leben geben kann.

Herzlichen Dank!

Vieles was ich in der Ausbildung lerne, fußt auf die Individualpsychologie. Ich hörte vom Lebensstil, Prägungen und Glaubenssätze aus der Kindheit und Vielem mehr. Immer wieder fiel auch der Begriff „inneres Kind“. Ich weiß das dieser Begriff besonders in der Transanktionsanalyse genutzt wird.

Ich, als des Vaters Tochter (war er doch ein passionierter Autodidakt), wollte darüber noch etwas mehr wissen. Und so besorgte ich mir schon vor einigen Wochen einschlägige Literatur zu diesem Thema und beschäftige mich seitdem mit wachsender Begeisterung  (& Cappucchino)  für diese Sachverhalte.

 "Alles-darf-sein"-Traum
„Alles-darf-sein“-Traum

Und ich ahnte es schon.: Das was ich da so alles über Psychologie und Seelsorge lerne, hat nach wie vor zu allererst mit mir selbst zu tun und zeigt, wo bei mir noch „offene Punkte/Lernfelder“ sind.

Ich bin nochmal ganz neu fasziniert von den Zusammenhängen, wie sehr die Gefühlswelt eines Menschen (alles Angst, Schmerz, Trauer, Wut und auch Freude, Glück, Liebe – genannt „Kind-Ich“) von der Kindheit geprägt wurden. Und ich bin nochmal neu überrascht (und auch entsetzt) wie sehr diese Kind in die Handlungen unseres „Erwachsenen-Ich’s“ hineingrätscht. Der erwachsene Mensch, der in der Regel rational und vernünftig denken und handeln möchte und Verantwortung für sein Leben übernehmen kann, lässt sich doch immer wieder von seinen Gefühlen aus dem Konzept bringen. Eben noch stand der Plan und dann kommt das Kind in ihm um die Ecke und schmeißt alles durcheinander. Bestenfalls rennt „das Kind“ dabei ausgelassen über eine Blumenwiese oder albern mit der Tochter durchs Einkaufszentrum.

Viel zu oft für meinen Geschmack schiebt sich dieses Kind jedoch vorlaut und ungezogen in den Vordergrund, was sich dann auch hin und wieder durch Streit mit lieb gewonnen Menschen äußert. Besonders verhängnisvoll, wenn auch dieser Mensch dann seinen „Kind-Ich“ Freilauf gewährt.

Manchmal bult mein „Kind-Ich“ aber fern der Öffentlichkeit um besondere Aufmerksamkeit – im Stillen, im Hintergrund! Plötzlich waren da diese blöden Bauchweh. Ich habe sie erst nicht weiter beachtet. Manchmal strahlten sie in den gesamten Bauchraum aus, machmal hoch in die Brust. Kein schönes Gefühl. Ich versuchte das wegzudrücken, durch Aktionismus oder auch einer trivialen Fernsehsendung.

„Es kann nicht sein, was nicht sein darf!“ entschied ich.

Schließlich hatte ich im letzten Jahr genug gelernt, um jetzt klar zu kommen. Außerdem, das habe ich euch noch garnicht erzählt, hatte ich einen besonderen Traum in dieser Zeit gehabt. Ich habe ihn interessanterweise „Heilungstraum“ genannt.

Folglich – wer geheilt ist, hat keine Beschwerden mehr!

So habe ich mir ein „schönes Gedankenkonstrukt“ gebaut, welches keinerlei Legitimität für „größere seelische Herausforderungen“ zulässt. Wenn wundert es das da, das mein Bauch kneift. Habe ich mich doch wieder einmal mehr von mir selbst und auch von den Erwartungen anderer Menschen unter Druck setzen lassen. Alles muss ständig schnell schnell gehen.

Ich denke zurück an meinen „Heilungstraum“.

Zur Erklärung: Ihr wisst ja, das ich die ersten 9 Monate als Baby mit einem schweren Herzfehler im Krankenhaus lag. Der Aufenthalt, die Untersuchungen, mehrere Lungenentzündugen, die Tatsache das mich einige Ärzte schon aufgeben wollten… usw… forderten ihren Tribut – körperlich und besonders auch auf seelischer Ebene.

"Alles-darf-sein"-Traum
„Alles-darf-sein“-Traum

Im Rahmen meines Aufarbeitungsprozesses im letzten Jahr träume ich folgendenes:

Ich war in einem Krankenhaus. Dort lagen zwei Babys. Ein properes gesundes Baby und ein schmales krankes Baby. Dann kam ein Arzt. Er nahm das kranke schmale Baby auf den Arm und sagte: „Das hier kann weg, aus dem wird nichts mehr!“ Plötzlich kam ein Mann hinein und nahm ihm dieses Baby ab. Ich war mir im Traum als Beobachter sicher das dieser Mann Jesus war. Er nahm dem Arzt das kränkliche Baby aus den Armen und legte es neben das gesunde. Dazu sprach er: „Auch dieses Baby darf sein!“

Ein paar Tage nach diesem Traum ging es mir von mal zu mal besser. Mein Leben normalisierte sich Tag für Tag wieder. Ich denke jedoch, das ich mich mit diesem Traum, den ich auch noch so kühn „Heilungstraum“ taufte, ein Stück weit unter Druck gesetzt habe.

Klar, Gott kann über Nacht oder in der Nacht heilen.

Darum geht es nicht! Erst jetzt fällt mich auf, das Jesus nicht sagte „Du bist geheilt!“, sonder „Alles darf sein!“ Ich darf sein! Ich darf erstmal so sein! Mir kommt da spontan die Liedstrophe  „Jesus, bei dir darf ich so kommen wie ich bin!“ in dem Sinn. Jesus liebt mich so wie ich bin – auch den „kleinen und/oder kranken Anteil“ in mir.

Jetzt das Erfreuliche! Angelehnt an die Textstrophe : „Jesus, bei dir muss ich nicht bleiben wie ich bin!“, darf ich bewusst entscheiden, mich verändern zu lassen.

Ich lernte und lerne…. ich verstehe Zusammenhänge… es ist ein Prozess. Ich darf sein und ich darf mich von Jesus verändern lassen, darf heil werden. Und das OHNE Druck!

In den letzten Wochen wurde mir durch Lernen und Verstehen wieder einiges mehr offenbar. Will heißen mein „Erwachsenen-Ich“ versteht mittlerweile schon so viel, das es oft schon logisch weiß, wenn gerade was schräg läuft. Und dann möchte der Erwachsene auch reif und verantwortungsbewusst handeln…… und macht sich plötzlich Druck. Das darf nicht sein, ich muss mich so oder so verhalten, ich muss reif sein. Autsch und da ist es dann schon, das „Kind-Ich“. Ganz unbemerkt bin ich abgerutscht.

„Klein Sandra“ is in the house!

Also woran fehlt es mir? Ich wünsche mir zum Beispiel ein wenig mehr Geduld mit mit selbst (Jesus hat sie schließlich auch mit mir). Ich möchte mir selbst gegenüber etwas mehr Barmherzigkeit walten lassen. Dazu vielleicht noch eine Portion mehr Übung und Wissen, um das „Kind-Ich“ angemessen und vernünftiger  (z.B. ohne Perfektionismus) zu regulieren. Letzteres ist die kleinste Herausforderung, habe ich doch liebend gerne Bücher vor meiner Nase!

In diesem Sinne wünsche ich euch nur das Beste! Ich für meinen Teil gehe heute noch mit meiner Freundin spazieren. Werden dabei wahrscheinlich auch ab und zu  im „positiven Kind-Ich“ herumalbern ;-)!

♥-lichst Sandra

"Alles-darf-sein"-Traum
„Alles-darf-sein“-Traum

 

 

 

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3 Gedanken zu „Der „Alles-darf-sein“-Traum

  1. Liebe Sandra,
    viel Glück auf deinem weiteren Weg! Und wenn alles zu viel wird mach es getreu nach dem Motto „mir reichts ich geh schaukeln!“ das freut auch das Kind-Ich. 😉

    Grüßchen!

    1. Danke liebe Julia! Ich freue mich über unseren Kontakt und das du dich heute auch entschlossen hast meinem Blog zu folgen. Lieben Dank und Gottes Segen, Sandra

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