Das stille Zimmer

„Seht nun genau zu, wie ihr wandelt, nicht als Unweise, sondern als weise! Kauft die rechte Zeit aus! Denn die Tage sind böse.“ (Epheser 5, 14 – 15)

das stille Zimmer

Das stille Zimmer

Ich verarbeite Schönes und Schlimmes immer am Besten mit einem Stift oder einer Tastatur in der Hand. Kennt ihr das, wenn das Telefon zur späten Abendstunde klingelt? Man vermutet sofort das Schlimmste, hofft auf das Beste. Wir waren gerade im Auto unterwegs, als das Handy meines Mannes schellte. Am anderen Ende eine männliche Stimme, die sich mit einfühlsame Stimme vergewisserte den richtigen Ansprechpartner dran zu haben.

Vor ein paar Tagen hat sich der Lebenskreis der Mutter meines Mannes geschlossen. Es ist eine persönliche Sache, wenn ein nahe stehender Mensch verstirbt. Und deswegen werde ich hier auch nicht über diese „üblichen“ Abläufe sprechen. Es war die Mutter meines Mannes, also bleibt dieses Ereignis mit allem, was es in dieser Hinsicht bedeutet auch bei meinem Mann. Ich könnte ja ohnehin nicht für meinen Mann denken und fühlen. Ich kann nur für mich sprechen, was ich bezüglich dieses speziellen Ereignisses auch nicht möchte.

Und so schreibe ich über dieses „Stille Zimmer“!

Diese Ereignisse erinnerten mich sofort an den Tod meines Vaters vor vielen Jahren (siehe Lebensgeschichten(n) Kapitel 1 ) . Mit der Bezeichnung „das Stille Zimmer“ kann ich so viel zusammenfassen.

Das Stille Zimmer ist ein plötzliche Ausnahmesituation. Aus scheinbar heiterem Himmel stürzt etwas Großes auf uns ein, etwas was wie ein riesiger Berg vor uns steht.Ich könnte an dieser Stelle viel aufzählen. Für den einen ist es die Diagnose einer schlimmen Krankheit, für den anderen der Verlust der Arbeitstelle. Scheidung, Hausbrand, Unfälle oder eben auch der plötzliche Tod eines Mitmenschen katapultieren dich schlagartig in das stille Zimmer.

Das Stille Zimmer einer Arztpraxis, das Stille Zimmer des Chefbüros der dir kündigt, das Stille Zimmer im Inneren von dir selbst, obwohl du gerade unter vielen Menschen bist. Du nimmst das normale Leben nicht mehr richtig war, es ist ab diesem Moment für viele Momente irgendwie dumpf geworden. Wie lange du in diesem Stillen Zimmer bleibst weißt du nie. Du weißt nicht was, wieviel und wie oft dir das Leben Stille Zimmer zumutet.

Ich war schon in vielen Stille Zimmer – unterschiedlich lange. Und eins habe ich auf jeden Fall darin und dadurch gelernt:

Sieh zu, das zu weise durchs Leben gehst und es bewusst wahrnimmst und gestaltest.

 

Ich freue mich, wenn du meinen Blog teilst! Du möchtest auf dem Laufenden bleiben? Dann tobe dich auf den Buttons in meiner Sidebar aus :-)!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.